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Der Begriff der "Seelenpflege" ist auf ein positives Verständnis von Behinderung orientiert, denn noch immer sind die meisten Bezeichnungen für Menschen mit Behinderungen defektorientiert: sie werden als geistig behindert, bildungsschwach, lernbehindert, verhaltensgestört bezeichnet.
In den Einrichtungen der Heilpädagogik und Sozialtherapie auf anthroposophischer Grundlage hat sich schon seit Jahrzehnten der Begriff "seelenpflegebedürftig" eingebürgert. Er richtet sich nicht auf Defizite oder Defekte, sondern in erster Linie auf die seelisch-geistige Entwicklungsfähigkeit jedes Kindes, Jugendlichen oder Erwachsenen.
Mit dieser Begriffswahl wird eine diskriminierende Bezeichnung und Abgrenzung vermieden, denn seelisch entwicklungsfähig, aber auch entwicklungsbedürftig ist im Grunde jeder Mensch. |