| 1957 |
Haus Aspen |
| 1963 |
Gründung Ekkharthofverein |
| 1973 |
Einzug in den Ekkharthof |
| 1974 |
Einweihung Ekkharthof |
| 1980 |
Aussenstelle Rosengarten in Birwinken |
| 1989 |
Aussenstelle Kleine Freiheit in Steckborn, später Umzug nach Kreuzlingen |
| 1992 |
Trennung in Kinder- und Erwachsenenwohngruppen |
| 1993 |
Aussenstelle Sonnenlinde in Berg |
| 1994 |
Strukturveränderung, Einführung von 4 Stektionen |
| 2002 |
Strukturveränderung, Verwaltung und Hausdienste als Querprozess |
| 2004 |
Zusammenlegung von Erwachsenenwohnheim und Werkstätten zu Wohnheim mit Beschäftigung |
| 2004 |
Aufteilung des Ekkharthofs in 2 Einrichtungen mit Heimleitungen in ein Sonderschulheim für Kinder und Jugendliche und ein Wohnheim mit Beschäftigung für Jugendliche und Erwachsene |
| 2006 |
Eröffnung Heilpädagogisches Zentrum in Kreuzlingen |
Zur Geschichte des Ekkharthof - Die Initiative von Frau Marti
Hofer
Es liegt in der Natur einer solchen Einrichtung, dass bei der
Beschreibung der Geschichte äussere Ereignisse im Vordergrund stehen,
entzieht sich doch das, was hauptsächlich Geschichte ausmacht -
nämlich Leben im weitesten Sinn - zeitlicher Festlegung. - Trotzdem
soll diese innere Seite nicht unerwähnt bleiben.
Der Beginn liegt im Jahre 1957, als eine Arbeitsgemeinschaft das
Haus Aspen in Leimbach mietete und hier ein Heim mit Internat und
Sonderschule für Seelenpflege-bedürftige Kinder eröffnete.
Anthroposophische Heilpädagogik und Sozialtherapie
Im Mittelpunkt der Initianten stand die spätere Begründerin
des Ekkharthofs, Marti Hofer (1915-1981). Ihr grosses Anliegen war,
dass die Kinder - und später die Erwachsenen - im Sinne der aus
der Anthroposophie Rudolf Steiners ersprossenen Heilpädagogik und
Sozialtherapie betreut und gefördert werden sollten.
Der damals herrschende Mangel an Wohn- und Schulungsplätzen für
geistig behinderte Kinder veranlasste die Arbeitsgemeinschaft, nachdem
die Aufnahmekapazität im Haus Aspen erschöpft war, nach weiteren
Ausbaumöglichkeiten Ausschau zu halten. Durch Vorkauf konnte 1962
auf dem Seerücken in Lengwil-Oberhofen ein landwirtschaftlicher
Betrieb von einundzwanzig Hektaren gesichert werden. Damit war der
Weg für die Planung und den anschliessenden Bau des Ekkharthofs,
inklusive neuer landwirtschaftlicher Wirtschaftsgebäude, offen.
Da das Vorhaben die Möglichkeiten einer Trägerschaft auf privater
Basis bei weitem überstieg, wurde diese von dem 1963 gegründeten
Ekkharthof-Verein übernommen.
Das Konzept anthroposophischer Heilpädagogik und Sozialtherapie
erfordert die Durchgestaltung des Lebensraums der Bewohner/innen
bis zu äusseren Gegebenheiten hin. So sollte auch die Architektur
des Ekkharthofs ihre besondere künstlerische und zweckmässige Ausgestaltung
haben. Aus diesem Grunde wurde das Architekturbüro Rex Raab, Engelberg/BRD
mit der Planung und Durchführung der ganzen Anlage betraut.
Ende März 1971 konnte mit dem Bau begonnen werden, und am 4. Oktober
1974 wurde der in drei Bauetappen entstandene Ekkharthof offiziell
eingeweiht.
Einzug und innerer Aufbau
Das eigentliche Leben am Ekkharthof begann jedoch bereits mit
dem Einzug Ende September 1973. Dreißig Kinder und fünfzehn Jugendliche
belebten nun unter recht schwierigen Bedingungen die noch nicht
ganz vollendeten Bauten.
Die folgenden Jahre waren durch den inneren Aufbau des Ekkharthofs
geprägt. Laufend wurden neue Bewohner/innen aufgenommen, so dass
1980 die Wohnheimplätze annähernd belegt waren. Entsprechend wuchs
die Zahl der Mitarbeitenden, von denen im Bereich Betreuung ein
beachtlicher Teil - aus fremden Berufsrichtungen kommend - von Grund
auf in ihre Aufgaben eingeführt werden musste.
Die Werkstattabteilungen konnten nach und nach eröffnet werden;
Schul- und Therapiebereich, zu Beginn noch sehr eng miteinander
verknüpft, wurden eigenständiger und den neuen Forderungen entsprechend
eingerichtet.
Die Suche nach neuen Formen und Inhalten des Zusammenlebens und
Zusammenwirkens, die der vorerst riesig erscheinenden Grösse des
Ekkharthofs entsprechen konnten, formten diesen Zeitabschnitt wesentlich.
Marti Hofer, als initiative Leiterin, sah bald, dass die Führungsaufgaben
auf mehrere Schultern verteilt werden mussten. So bildete sich ein
Kreis von Menschen, die diese Verantwortungen nach und nach übernahmen,
die einen, von ihren Aufgaben her bedingt, mehr nach aussen, die
anderen, neben ihren angestammten Verpflichtungen wirkend, mehr
nach innen. - 1978 zog sich Marti Hofer von ihren Aufgaben am Ekkharthof
ganz zurück.
Schuldenberg und andere Sorgen
Wie der bis etwa 1982 verlaufene Biografieabschnitt des Ekkharthofs
durch charakteristische Gehversuche - bis hin zu einer gewissen
Fertigkeit im Gehen-gezeichnet war, so musste darauffolgend das
Erworbene differenziert und gefestigt werden.
Eine Schwäche, die unverändert bestand, belastete das Heim weiterhin
erheblich, nämlich die enorme finanzielle Überschuldung. Baulasten,
deren Ausmasse von den Begründern im Vertrauen in die Zukunft unterschätzt
worden waren. Die Anstrengungen des Geschäftsführers und der Mitarbeiterschaft
konnten hier nicht mehr genügen. - Diese schwierige Situation wurde
dann in den Jahren 1982 bis 1984, vorab durch die finanzielle Unterstützung
der Kantone Thurgau, Zürich und St. Gallen, bewirkt durch den ausserordentlichen
Einsatz von Persönlichkeiten von ausserhalb des Ekkharthofs, unter
anderem auch des öffentlichen Lebens, vorübergehend verbessert.
Sorgen bereitete auch die ständig abnehmende Zahl der Sonderschüler.
1985 waren es nur noch deren zwanzig, und es wurde ernsthaft die
Schliessung der Schule erwogen. Dem gegenüber stieg die Nachfrage
für Erwachsenen- und lV-Lehrplätze dauernd. 1984 war das Verhältnis
Kinder/Erwachsene gegenüber 1974 beinahe umgekehrt, und auch die
Belegungskapazität, wie schon erwähnt, annähernd erschöpft. - Für
das Weiterbestehen der Ekkharthof-Sonderschule ergab sich Klarheit,
als das Sanitäts- und Erziehungsdepartement diese 1986 als Regionalschule
für den Bezirk Kreuzlingen einstufte.
Damit nahm die Zahl der Schüler wieder zu. Das Kindergartenhäuschen,
während fast zehn Jahren für andere Zwecke genutzt, konnte wieder
seiner eigentlichen Bestimmung dienen.
Es entstehen Aussenstellen
Für die Erwachsenen musste nach neuen Wohn- und zum Teil Arbeitsmöglichkeiten
gesucht werden. Resultate dieser Bemühungen waren 1980 die Eröffnung
der Aussenstelle Rosengarten in Birwinken mit 8 Wohn- und Beschäftigungsplätzen
sowie vier Jahre später jene der Aussenstelle La Muntogna mit 6
Wohn- und Beschäftigungsplätzen im zürcherischen Wernetshausen,
die im Jahre 1998 dem Verein Wehrenbach im Kanton Zürich übertragen
werden konnte und somit nicht mehr zum Ekkharthof gehört.
Wenig später entstand auch in Tägerwilen die kleine Gruppe Andreas.
Sie übersiedelte in das Haus Seeblick im Ekkharthof und wurde im
Sommer 1997
als vergrösserte Gruppe Jeanne d’Arc wiedereröffnet.
Es wurde unumgänglich, dass bei der dauernden Vergrösserung des
Ekkharthofs wiederum eine Erneuerung der inneren Organisation vorgenommen
wurde. Grössere Selbständigkeit der Bereiche und die Einsetzung
einer statutarisch verankerten Heimleitung waren 1983/1984 die wesentlichsten
Resultate. - Trotz nun deutlich abgegrenzter Verantwortungsebenen
richtete sich die Praxis der Zusammenarbeit dauernd auf das Ziel
einer "Organisation der Zukunft" (Helmuth ten Siethoff), wo jeder
erwachsene Behinderte und jeder Mitarbeiter in möglichst umfassender
Selbstbestimmung seinen Verantwortungsraum wahrnehmen soll, ohne
dabei die notwendigen Bezüge zu seinem Umfeld zu vernachlässigen.
Dass diesem grossen Ziel im Laufe der folgenden Jahre nur in bescheidenem
Masse entsprochen werden konnte, liegt wohl auch im Wesen der Sache
selbst.
Weitere Aussenstellen; neue Phase des Aufbruchs
Die Zeit zwischen 1984 und 1991 kann als verhältnismässig ruhig
beschrieben werden. Vor neuen Aufgaben allerdings stand der Ekkharthof
ständig- richtigerweise! Einiges sei hier herausgegriffen:
Eine besondere Herausforderung, mit der man sich immer wieder auseinanderzusetzen
hatte, betraf junge, dem Ekkharthof anvertraute Menschen, die zu
grösserer als im Heimbereich zu erreichender Selbständigkeit geführt
werden sollten. 1989 wurde darum in Steckborn in einem gemieteten
Haus eine weitere Aussenstelle, die Kleine Freiheit, eröffnet, in
welcher dieser Aufgabe seither ideal entsprochen werden kann. Im
Zuge einer Konzeptänderung zog die Kleine Freiheit am 1. April 1997
nach Kreuzlingen und belegt dort in einem Wohnblock 3 Mietwohnungen
mit einem langjährigen Mietvertrag.
Augenfälligste Neuerungen auf dem Ekkharthof-Gelände waren im erwähnten
Zeitraum die Schaffung von neuem Mitarbeiterwohnraum, sowie bauliche
Erweiterungen der Gärtnerei und Sanierungsarbeiten an der bestehenden
Anlage.
Selbstverständlich waren und sind die dauernden Bemühungen um eine
möglichst gute Betreuung, Arbeitsplatzgestaltung und Schulung der
Bewohner/innen.
Entwicklungen im Bereich des Lebendigen sind bekanntlich nie abgeschlossen.
Gefestigte Formen werden durch oft unvorhersehbare Einflüsse aufgelöst,
bis sich wieder das für den nächsten Augenblick Richtige bildet.
Dieser Vorgang ist
natürlich und wichtig. Dass so auch der Ekkharthof - bedingt durch
innere und äussere Gründe - in gewisser Hinsicht wiederum in eine
Phase des Aufbruchs kommen würde, war ab 1991 zunehmend spürbar.
So wurde im Sommer 1994 eine neue Struktur eingeführt, die den Ekkharthof
in
4 Sektionen mit Bereichen und Wohngruppen untergliedert. Dadurch
konnten sich
die einzelnen Sektionen neu gestalten und eine Identität finden.
Dazu kam ein
noch höher angestiegener Schuldenberg, der mit gezielten Massnahmen
abgebaut werden musste.
Heute sind diese Richtungen geklärt. Die horizontal eingeführte
Struktur verlangt jedoch wieder mehr dem Leben angepasste Verbindungen
und Beziehungen, die
über die einzelnen Bereiche hinausgehen. Der Schuldenberg konnte
in den letzten Jahren massiv abgebaut werden - es werden jedoch
noch einige weitere Jahre vergehen, bis er auf einem tragbaren Mass
angelangt ist.
1993 konnte die Aussenstelle Sonnenlinde in Berg mit 8 Wohn- und
9 Arbeitsplätzen eröffnet werden. Mit dieser Realisierung wurde
wiederum einem akuten Bedürfnis nach Wohnheimplätzen entsprochen.
Eine seit Jahren problematische Situation, vor allem in administrativen
- aber auch
in (päd)agogischen - Belangen, ergab die Durchmischung von Kindergartenkindern,
Schülern, Jugendlichen und Erwachsenen im Bereich des Wohnens. 1993
wurde der Beschluss gefasst, eine klare Trennung zwischen dem Sonderschulinternat
und dem Erwachsenenwohnheim zu vollziehen.
Da keine schnellen Lösungen angestrebt wurden, die für einige Bewohner/innen
mehrmalige Gruppenwechsel bedeutet hätten, konnte die endgültige
Trennung erst im Sommer 1997 abgeschlossen werden. Dazu kam die
kantonale Bedarfsplanung, die die Plätze des Ekkharthofs sowohl
im Wohnheim (mit 93), wie auch in den Werkstätten (mit 119) festschreibt.
Wollte der Ekkharthof nicht in wenigen Jahren seine Ausbildungsplätze
für IV-Anlehringe verlieren, mussten klare Austrittsregelungen mit
den gesetzlichen Versorgern getroffen werden.
Heute können die meisten Kinder, die die Sonderschule verlassen,
in eine Ekkharthoflehre übertreten. Danach müssen sie jedoch den
Ekkharthof verlassen. Diese beiden Veränderungen - Trennung Kinder/Erwachsene
und Austritt der Lehrlinge - hat sehr viel Unruhe in das Leben des
Ekkharthofs gebracht. Doch hier sind nun nach diesen Übergangszeiten
auch klare Richtlinien vorgegeben.
Seit der Einführung der neuen Strukturen im Jahre 94 wechselte der
Ekkharthof von der Pionierphase in die Differenzierungsphase. Viele
Reglemente entstanden. Ebenso wurde im 1. Quartal 1998 eine Betriebsanalyse
durchgeführt, die zum Ziel hatte, diese neuen Strukturen zu überprüfen,
was im Grossen und Ganzen bejaht werden konnte.
Ende 1996 wurde bekannt, dass eine Arbeitsgruppe an der Entwicklung
eines Qualitätsverfahrens arbeitet, das dort, wo eine freie, der
individuellen Situation angepasste Handlung verlangt wird, keine
Standard's vorgibt. Die Mitarbeitenden konnten sich schnell für
dieses Verfahren erwärmen, und so entschied sich die Heimleitung
Ende 1997, dieses Qualitätsverfahren einzuführen. Mit Hilfe des
Unternehmensberaters Udo Herrmannstorfer sind schon einige Weiterbildungen
zu verschiedensten Themen erfolgt. Es ist auch ein grosses Interesse
bei allen Mitarbeitenden an diesem Verfahren zu spüren, da viele
grundlegenden Fragen aufgegriffen und neue Antworten gesucht werden.
Ueberprüfung der Strukturen von 1994
Mit der Einführung neuer Strukturen im Jahre 1994 wurde die Auflage
gegeben, diese in einigen Jahren zu überprüfen. Dies wurde in zwei grösseren
Organisationsentwicklungsschritten mit externer Begleitung
gemacht und die Strukturen wurden in drei wesentlichen Schritten nochmals
den neuen Gegebenheiten angepasst. Als erstes erwies sich die Gleichstellung
der Finanzen mit der Pädagogik als ein Punkt, der immer wieder zu Unklarheiten
in Bezug auf die Verantwortung führte.
Der Mittelfluss ermöglicht als Querprozess allen Abteilungen ihre
Aufgabe wahrzunehmen, die Steuerung jedoch muss von den Bedürfnissen
der unmittelbar Betroffenen ausgehen und nicht vom Geld selber.
Auf den 1. Januar 2004 wurden in einem zweiten Schritt das Erwachsenenwohnheim
und die Werkstätten zu einer Einrichtung mit einer Betriebsrechnung
zusammengelegt. Dies war aus mehreren Gründen notwendig geworden,
weil der Ekkharthof sehr viele Menschen betreut, die mit ihrer
Arbeitsleistung nicht einen so grossen Ertrag erzielen können, dass
daraus ein wesentlicher Teil ihres Unterhalts bestritten werden
kann. Die Konzeptänderung wurde in Zusammenarbeit mit dem BSV verwirklicht.
Gleichzeitig - in einem dritten Schritt - wurden im Organisationsentwicklungsprozess
die Führungsstrukturen überdacht. Das Ergebnis bestand in einer
Aufteilung des Ekkharthofs in einen Kinder- und einen Erwachsenenbereich
mit je einer Heimleitung unter gleichem Trägerverein. Die Grösse
verlangte eine Klärung und Vereinfachung der Kompetenzen. Mit der
Wahl der neuen Heimleitung an der Mitgliederversammlung vom 24. April 2004
wurden die neuen Strukturen am Ekkharthof eingeführt.
Aktuell setzt sich die Sonderschule mit Integrationsfragen auseinander.
Diese führten zur Überdenkung der Standortfrage und letztlich zu
einer konzeptionellen Umgestaltung. Ein Teil der Sonderschule wird
zukünftig in Kreuzlingen in einem dazu neu zu errichtenden Gebäude
geführt.
Der Erwachsenenbereich als Wohnheim mit Beschäftigung arbeitet an
einem neuen Betriebskonzept. Die Zusammenlegung von Wohnheim und
Werkstätten ermöglicht viele neue Wege in der Betreuung. Zudem wird
an der Erweiterung vom Produktionsangebot der Werkstätten gearbeitet,
das den gesellschaftlichen Veränderungen angepasst werden muss.
Die dreiundreissigjährige Geschichte des Ekkharthofs wäre ohne seine Elternschaft
nicht denkbar. Seit der Gründung, und wohl schon vorher, haben die
Eltern, viele davon sehr im Vordergrund, an der Geschichte unseres
Heims mitgewirkt. In der Sorge um die Zukunft ihrer Kinder, aber
auch um das Los der Seelenpflege-bedürftigen Menschen im Allgemeinen,
haben sie immer wieder ganz konkret dem Ekkharthof beigestanden.
Seit 1979 unterstützt die eigens dazu ins Leben gerufene Vereinigung
der Eltern und Freunde Ekkharthof (VEFE)
den Ekkharthof tatkräftig, ideell und wirtschaftlich.
Im Mittelpunkt steht der Mitmensch
Abschliessend noch eine Bemerkung zu der inneren Geschichte des
Ekkharthofs:
Im Mittelpunkt stand und steht der Seelenpflege-bedürftige Mensch.
Das Menschenbild, das hinter jeder Haltung und Tätigkeit in bezug
auf die dem Ekkharthof anvertrauten Menschen steht, ist für Atmosphäre,
Stil und Qualität des Umgangs aller untereinander ausschlaggebend.
Im Ekkharthof versucht man, wie eingangs erwähnt, seit Beginn die
aus dem Menschenbild der Anthroposophie hervorgegangene Heilpädagogik
und Sozialtherapie zu verwirklichen. Dass all die vielen Mitarbeitenden,
die im Laufe
der Zeit im Ekkharthof tätig waren und es heute noch sind, ihr eigenes
Bild in sich tragen und es auf ihre Weise zu verwirklichen versuchen,
ist naheliegend.
Das Bemühen, den Zielen des Ekkharthofs, im engeren Sinne der anthropo-sophischen
Heilpädagogik, nahe zu kommen, ohne mit dem eigenen inneren Bild
in Konflikt geraten zu müssen, ist ein Gebot der Zeit. Im Mittelpunkt
steht der Mitmensch. Die Grundvoraussetzungen zur Mitmenschlichkeit
wiederum sind universell.
Die gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahrzehnte, den
Menschen mit Behinderung nicht als krank - d.h. in einer Psychiatrie
lebend - zu verstehen, sondern als autonomes Wesen, das Entscheidungen
selber treffen kann, decken sich mit den Grundansätzen des anthroposophischen
Menschenbildes. Diese Bemühungen laufen unter verschiedenen Ansätzen
und Aspekten (z.B. Normalisierung, Enthospitalisierung, Empowerment,
Assistenz usw.) und haben die Arbeit im Ekkharthof in dieser Richtung
noch bekräftigt.
Heimleitung, Mitarbeiter und Bewohner des Ekkharthof
|