Förderplanung
Die heilpädagogische Förderdiagnostik und Förderplanung bewegt sich im Spannungsfeld von Polaritäten:
Die/Der HeilpädagogIn muss, während sie/er handelnd im Unterricht steht, gleichzeitig mit feinem Sensorium die Kinder, ihr Verhalten und ihre Reaktionen wahrnehmen.
Sie/Er muss auf den Wechsel von Ruhe und Bewegung, Erinnerung und Vergessen usw. achten. Ihre/Seine Beobachtungen bezieht sie/er in die Planung mit ein und stellt damit neue Ziele in Korrespondenz mit den gemachten Erfahrungen. Zukünftiges baut sich auf Vergangenem auf. In intensivem Austausch mit den Eltern, mit Arzt, Therapeuten, Erziehern usw. wird die Förderplanung besprochen und die Evaluation vertieft.
Um ein Verständnis der Kinder und Jugendlichen zu erwerben, bedarf es neben dieser "äusseren" Seite noch einer "inneren" Seite. Durch ein liebevolles auf die Kinder Zugehen, durch liebevolle Zuwendung, wie sie Eltern natürlicherweise gegeben ist, wächst in der/dem HeilpädagogIn die Empfänglichkeit für tiefer liegende Zusammenhänge. Phänomene treten in Erscheinung, die bei vordergründiger Betrachtung bedeutungslos erscheinen.
Durch Empathie, durch selbstloses Hinlauschen auf diese Phänomene, kann die/der HeilpädagogIn im Nachklang solcher Phänomene Antworten finden auf Fragen, die das Werden der anvertrauten Kinder in einen sehr viel weiteren Zusammenhang stellen.
Damit verbinden sich die Tag- und die Nachtseite zu einem ganzheitlichen förderdiagnostischen Ansatz. Die Heilpädagogik steht mitten im Spannungsfeld zwischen Tag und Nacht, zwischen Gesundheit und Krankheit, zwischen Geburt
und Tod.

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